Susan Turcot
 
ACRE: An Amazonian stage
 
7. 9. - 20. 10. 2007
 
 
Eröffnung:
 
Freitag, 07. September 2007 von 18-21 Uhr
gemeinsam mit den Düsseldorfer Galerien
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 

Ich freue mich, Ihnen  in der neuen Ausstellung meiner Galerie Susan Turcots Beitrag  zur 27. Sao Paulo Biennale "How to live together" vorstellen zu können. Ihr Projekt besteht aus 28 Zeichnungen, die aufgrund ihres zweimonatigen Aufenthalts im brasilianischen Bundesstaat Acre im Amazonasgebiet entstanden sind  - sowie einem dreidimensionalen Raummodel.

Susan Turcot hat den Versuch unternommen, historische, umweltbezogene und anthropologische Forschung mit ihren eigenen während ihres Aufenthaltes gemachten Erfahrungen zu verknüpfen. Ihr Interesse richtet sich dabei auf die Art und Weise, wie die beiden verbliebenen großen Urwälder auseinander brechen, wie die verschiedenen davon betroffenen Bevölkerungsgruppen mit diesem Zerstörungsprozess umgehen und welche Überlebensstrategien sie dabei entwickeln, um diesen Prozess aufzuhalten.
So hat sie herausgefunden, dass GPS-Messungen und die Fähigkeit, Satellitenkarten zu lesen, den Urwaldgemeinden hilft, das Bewusstsein für ihr Territorium zu schärfen und so dessen Autonomie zu verteidigen. Einige isolierte und traditionelle indigene Gemeinden besitzen mit Sonnenenergie betriebene Computer, mit denen sie täglich Zugriff auf Satellitenbilder haben. 
Obwohl sie Jahrtausende lang Mustern folgen konnten, die aufgrund  komplexer interner Rhythmen des Urwaldkörpers entstanden, können sie ihre Autonomiebestrebungen jetzt  nur noch durch den Einsatz militärischer Technologien verwirklichen. Dies bedeutet unweigerlich, dass sie Autonomie nur durch eine Abhängigkeit von Systemen erreichen, die außerhalb der internen Urwaldlogiken liegen.

"In Acre hat mich vor allem der Wald interessiert, seine lebendigen Kulturen, aber auch die Kräfte, die an seiner Zerstörung arbeiten. Ich habe in der dortigen Hauptstadt Rio Branco gelebt, die im Geist des Kolonialismus erbaut wurde, durch den Natur radikal von Kultur getrennt und die im Wald allgegenwärtige Vielfalt in Grenzen gehalten werden sollte. Während die Gesundheit der Umwelt immer gefährdeter wird, macht sich außerhalb der Stadt eine ständig wachsende Entwicklung hin zu Umweltbewusstsein, Selbstschutz und Identitätsdenken bemerkbar." (Susan Turcot)