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Der mehrteilige Werkzyklus "Teilchenschauer" knüpft an die
zuletzt in der Ausstellung "Seele" Konstruktionen des Innerlichen in der
Kunst ( Kunsthalle Baden Baden) vorgestellten verschlüsselten Bildwelten
Uwe Oldenburgs an.
Ausgangspunkt für diese neuere Bildserie war eine kleine wissenschaftliche
Illustration, auf der der Aufbau eines Experiments aus dem Bereich der
Elementarteilchenphysik mit dem Titel Teilchenschauer abgebildet war.
"Die in diesen Bildern dargestellten Szenen lassen sich am ehesten noch
als "Überwältigungsszenen" beschreiben. Bilder, ohnehin schon am Rande
der Lesbarkeit, in denen Überwältigung in einem vielfachen Sinne stattfindet.
Figuren, die an Eroberer oder Landvermesser denken lassen, brechen herein
in ein karges Landschaftsidyll. Farbe, ein diesiges Grau etwa, verbreitet
sich über einer vielfach bunten Ockerlandschaft, Malerei überwältigt Naturraum
ebenso wie die sehr reduziert dargestellten sozialen Situationen....
Worte schreiben sich ins Dargestellte ein wie Tätowierungen. ...Weit außerhalb
des Geschehens stehend, lässt sich der Betrachter, als ein vom Bild aus
Beobachteter, überwältigen..ihm geht es somit wie der Gegenwart, die ständig
angestastet von der Erinnerung, eben diese zu verdrängen wünscht."*
Uwe Oldenburg untersuchte in den 90er Jahren mit dem Projekt "Insel -
die Stilleben des Giorgio Morandi" die Bedingungen und Möglichkeiten von
Malerei. Nach einer darauffolgenden bildnerischen Abstinenz, in der er
sich der Produktion von Hörspielen zuwandte, begann er 1996 erstmals sich
der gemalten Figuration zuzuwenden.
Er setzt die Figuration ein, um an vor-sprachliche Erzählstrukturen anzuknüpfen.
Nomadisches, umherschweifendes, assoziatives Denken wird in eine bildnerische
Sprache übersetzt, die den entstehenden Widersprüchen als Quelle für Neues
und Unbekanntes im Medium der Malerei Raum gibt.
* Uwe Oldenburg: Textsammlung 16100
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