Michael Müller, K4

"Woraus bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht"

17. Januar - 20. März 2004

 

Eröffnung: Samstag, 17. Januar 2004 - 16 - 19 Uhr

 



"Woraus bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht" ist nicht nur der Titel der ersten Ausstellung, mit der ich Arbeiten des Künstlers Michael Müller vorstelle. Es ist auch die erste Überschrift in Robert Musils gewaltigem Romanfragment "Der Mann ohne Eigenschaften". womit er bewußt auf einen der entscheidenden modernen Texte zurückgreift, indem die moderne Gebrochenheit des Schreibens so klar wie nur möglich zutagetritt.

Nach seinem Studium an der Düsseldorfer Akademie bei Magdalena Jetelova, hat sich Michael Müller mit verschiedenen zeichnerischen Projekten beschäftigt:
der Arbeit am Ulamraum zur Darstellung von Ulamzahlen ; der Zeichnung von fiktiven Landkarten, wie sie in der Austellung "Die Sehnsucht des Kartografen" bis 1. Februar 2004 im Kunstverein Hannover zu sehen sind und der Realisieriung des Zeichenschrift-Projektes K 4, von dem ich im Kabinettraum einen ersten Ausschnitt zeige.

K 4 ist eine reine Schrift, die existente Sprachen kodieren kann. In Ihrem Verhältnis zum Sprachgebrauch ähnelt sie Geheim- oder Blindenschrift. Anwendung findet sie deshalb ausschließlich als Notationssystem von Texten, die nach K 4 aufgeschlüsselt sind. Die Zeichenschrift K 4 basiert auf dem lateinischen Alphabet. Ein Zeichen faßt eine Folge von bis zu vier lateinischen Buchstaben zusammen . Bisher besteht die Zeichen- schrift K 4 aus "360.000 Zeichen als Kombinationen aus bis zu vier Vokalen und Konsonanten definiert und auf DIN A 4-formatigem Milimeterpapier gezeichnet, von denen eine Auswahl gezeigt wird.

Michael Müllers Absicht ist es, Texte aus "Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil in diese Zeichenschrift K 4 zu übertragen. Eine erste Übersetzung wird Teil der Präsentation sein.