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Die
Künstlerin Simone Mangos, die ich seit 1995 vertrete, kam 1988 von Sydney
durch ein DAAD-Stipendium nach Berlin und lebt seitdem dort.
René Block lud sie 1991 zur Sydney-Biennale ein.
Weitere wichtige Stationen waren: Frankfurter Kunstverein, Kunsthalle
Baden Baden, Kunstraum Wien, Kennedy-Center, Washington, Guggenheim Museum,
New York, zuletzt Centre d'art contemporain de Vassiviäre und Kunstverein
Freiburg. Im Augenblick nimmt sie auf Einladung des Instituts für Auslandsbeziehungen
an der Ausstellungstournee 'Kunstraum Deutschland' teil, die in Tel Aviv
eröffnet wurde und in den nächsten Jahren in weiteren europäischen Hauptstädten,sowie
in den USA gezeigt werden wird.
In ihrer dritten Ausstellung in meiner Galerie stelle ich ihr Fotografie-Projekt"Ministergärten"
vor. Es handelt sich um das Ergebnis einer Recherche auf dem Gelände,
auf dem das Holocaust-Mahnmal in Berlin gebaut wird.
" Bei den Filmen der Nouvelle vague ist oft der Effekt beschrieben worden,
dass sich immer dann eine gleichbe-rechtigte, altemative Wirklichkeit,
eine andere Seite des Vorfindlichen auftat, wenn der Blick sich länger
an einer Stelle aufhielt als ihm vom Gegenüber oder von den ihm eingeschriebenen
Blickkonventionen zugestanden wurde - der veränderte Gesichtsausdruck,
der sich zeigt, wenn die Abschiedsworte gesprochen sind und sich die Personen
wieder abgewandt haben. Simone Mangos hat sich in den verschiedensten
Medien und Ausdrucksformen mit einem ganz ähnlich "schweren" Blick gewappnet,
der nicht mehr derjenige der "Spurensuche" der siebziger Jahre ist. Denn
Mangos geht es nicht zuerst um eine Dialektik von Materialität und historischem
Interesse, sondern vor allem um Kontext und Historizität des eigenen Blicks
und seiner Dauer. Besonders in ihren Fotografien, die schon lange einen
wichtigen Bestandteil ihrer eigenen Material-Ästhetik und nun den Mittelpunkt
ihrer aktuellen Ausstellung bilden, wird dies deutlich. So hat sie etwa
schon seit 1989 einen bestimmten Platz mit ästhetischem, historisch-dokumentarischen
und erkenntnistheoretischem Interesse bedacht: das Gelände der ehemaligen
Berliner "Ministergärten", das sich in der Nähe der heutigen Investoren-Akropolis,
des Potsdamer Platzes befindet. Darunter lagen früher weitläufige Bunker-Anlagen
u.a. der Goebbels-Bunker. Demnächst soll dort das Mahnmal für die im Nationalsozialismus
ermordeten Juden Europas errichtet werden; ein Zusammenhang, der damals
in der Ausschreibung des Wettbewerbs im Dunkeln gelassen wurde, den Mangos
aber zum Anlass einer schon mehr als zehn Jahre währenden Aufmerksamkeit
genommen hat. Fern von jedem historistischen Pathos, fern auch von privatistischen
Geschichtssubjektivismen werden in Mangos' Fotografien die Bedingungen
einer bildlichen Geschichte in ihrer eigenen Kontextualität und Zeitlichkeit
NEBEN der begrifflich gefassten Geschichte verhandelt. " *
*(Clemens
Krümmel)
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