SIMONE MANGOS

25.01.2002 - 28.03.2002

Aus der Serie Ministergärten Berlin 1998 -

 

 

   

 

Die Künstlerin Simone Mangos, die ich seit 1995 vertrete, kam 1988 von Sydney durch ein DAAD-Stipendium nach Berlin und lebt seitdem dort.

René Block lud sie 1991 zur Sydney-Biennale ein.
Weitere wichtige Stationen waren: Frankfurter Kunstverein, Kunsthalle Baden Baden, Kunstraum Wien, Kennedy-Center, Washington, Guggenheim Museum, New York, zuletzt Centre d'art contemporain de Vassiviäre und Kunstverein Freiburg. Im Augenblick nimmt sie auf Einladung des Instituts für Auslandsbeziehungen an der Ausstellungstournee 'Kunstraum Deutschland' teil, die in Tel Aviv eröffnet wurde und in den nächsten Jahren in weiteren europäischen Hauptstädten,sowie in den USA gezeigt werden wird.

In ihrer dritten Ausstellung in meiner Galerie stelle ich ihr Fotografie-Projekt"Ministergärten" vor. Es handelt sich um das Ergebnis einer Recherche auf dem Gelände, auf dem das Holocaust-Mahnmal in Berlin gebaut wird.

" Bei den Filmen der Nouvelle vague ist oft der Effekt beschrieben worden, dass sich immer dann eine gleichbe-rechtigte, altemative Wirklichkeit, eine andere Seite des Vorfindlichen auftat, wenn der Blick sich länger an einer Stelle aufhielt als ihm vom Gegenüber oder von den ihm eingeschriebenen Blickkonventionen zugestanden wurde - der veränderte Gesichtsausdruck, der sich zeigt, wenn die Abschiedsworte gesprochen sind und sich die Personen wieder abgewandt haben. Simone Mangos hat sich in den verschiedensten Medien und Ausdrucksformen mit einem ganz ähnlich "schweren" Blick gewappnet, der nicht mehr derjenige der "Spurensuche" der siebziger Jahre ist. Denn Mangos geht es nicht zuerst um eine Dialektik von Materialität und historischem Interesse, sondern vor allem um Kontext und Historizität des eigenen Blicks und seiner Dauer. Besonders in ihren Fotografien, die schon lange einen wichtigen Bestandteil ihrer eigenen Material-Ästhetik und nun den Mittelpunkt ihrer aktuellen Ausstellung bilden, wird dies deutlich. So hat sie etwa schon seit 1989 einen bestimmten Platz mit ästhetischem, historisch-dokumentarischen und erkenntnistheoretischem Interesse bedacht: das Gelände der ehemaligen Berliner "Ministergärten", das sich in der Nähe der heutigen Investoren-Akropolis, des Potsdamer Platzes befindet. Darunter lagen früher weitläufige Bunker-Anlagen u.a. der Goebbels-Bunker. Demnächst soll dort das Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Juden Europas errichtet werden; ein Zusammenhang, der damals in der Ausschreibung des Wettbewerbs im Dunkeln gelassen wurde, den Mangos aber zum Anlass einer schon mehr als zehn Jahre währenden Aufmerksamkeit genommen hat. Fern von jedem historistischen Pathos, fern auch von privatistischen Geschichtssubjektivismen werden in Mangos' Fotografien die Bedingungen einer bildlichen Geschichte in ihrer eigenen Kontextualität und Zeitlichkeit NEBEN der begrifflich gefassten Geschichte verhandelt. " *

*(Clemens Krümmel)