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Maria
Thereza Alves
Stance
and Happenstance
kuratiert von Miya Yoshida
28.4. – 9.6.
2007
Eröffnung:
Samstag, 28.
April 2007,
18-20 Uhr
Im Rahmen der von Miya Yoshida kuratierten Ausstellungsreihe, zeige ich erstmalig Arbeiten der in Brasilien geborenen und in New York aufgewachsenen Künstlerin Maria Thereza Alves. Sie war 1986 - nach dem Ende der Militärdiktatur - Mitbegründerin der Grünen Partei
in Sao Paulo. Nach wie vor ist ihre künstlerische Arbeit durch ein prononciert politisches
Interesse für Umweltschutz und Menschenrechte gekennzeichnet, die immer an sorgfältigen
Beobachtungen alltäglicher Vorgänge ansetzt. So verwendet sie etwa die Vorstellung, dass
pflanzliches Leben Geschichte und Gesellschaftsverhältnisse in sich trägt - Bewegungen des
Reisens, der Migration, des Handels und des politischen Austauschs - als ein Werkzeug ihrer
historischen Rekonstruktion.
In dieser Ausstellung präsentiert die Künstlerin sechs Videoarbeiten - eine Sammlung von
filmischen Beobachtungen zu Migrations- Globalisierungs-, Geschichts- und Ökologiethemen.
Das Video "What is the color of a Germain rose?" führt wie in einer kultur-
geschichtlichen Show verborgene Bezüge und Spuren vor, die sich aus der eurozentrischen Importgeschichte von Nutz- und Zierpflanzen herauslesen lassen.
Vier andere, kürzere Arbeiten: "Skjervoy" und "Untitled" (entstanden an der Küste von Senegal) - sowie "Along the Coast" und "Some Methods of Seed Dispersal" führen poetische Verbildlichungen vor Augen, die sich auf Alves minutiöse und assoziative Beobachtungen gründen. Sie regt damit den Betrachter zur Erforschung der eigenen Umgebung an.
"Bruce Lee in the Land of Balzac", die Arbeit, die in dieser Ausstellung ihre Premiere erfährt, zeigt Landschaftsaufnahmen auf dem Loiretal - in Konfrontation mit dem berühmten Soundtrack des wegweisenden Kung-Fu-Films "Bruce Lee in the Land of Balzac", der Bruce Lee als ersten asiatischen Weltstar etablierte und eine bis heute andauernde Tradition von Kampfsportfilmen aus Hong Kong auslöste. Die unerwartete Kombinatin des Visuellen und des Auditiven erzeugt höchst widersprüchliche innere Bilder und Vorstellungen. Die Künstlerin zeigt, dass Geschichte Teil des Lebens ist und zwischen dem, was als Anderes und dem, was als Eigenes gilt, in der mobilisierten Welt weniger denn je eine klare Linie zuziehen ist.
Maria Thereza Alves’ Werke wurde in vielen internationalen Institutionen vorgestellt, wie z.B. Kunsthalle Basel (2006) Palais de Tokyo, Paris (2006) ,in der Liverpool Biennale (2004), bei der Tsumari Biennale in Japan, sowie bei der Biennale in Venedig (2001).
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