Thorsten Streichardt
 
300 dpm
 
27.10. 07 - 22.12.07
 
 
Eröffnung:
 
Freitag, 26.Oktober 2007 von 19-21 Uhr
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 

In der nächsten Ausstellung im Kabinettraum (27.10. - 20.12.07) werden erstmalig Arbeiten des in Berlin lebenden Künstlers Thorsten Streichardt vorgestellt, der Bleistiftpunktierungen auf Fotopapier auf der Grundlage von Ansichten von galerienahen Baustellen und von Ortserkundungen in Venedig zeigen wird.

Nach seinen großen Installationen der letzten Jahre untersucht Streichardt seit einiger Zeit die physischen Rahmenbedingungen einer abstrakten Form des Zeichnens: Was in manchen Fällen zunächst wie die konventionelle Arbeitsweise einer gestischen Abstraktion und eine "Aufzeichnung" nervöser Energien erscheint, wird immer in einem medial distanzierenden Schritt zurück aus der Authentizität der Bildform relativiert. Dabei kann es sich um eine mit dem Zeichenstift verbundene Mini-Videokamera handeln, die einen förmlich in den zeichnenden Stift hineinversetzt, oder aber die sture Wiederholungsdisziplin bestimmter abstrakter Traditionen wird durch Übererfüllung des Schematischen oder die bewusst unangebrachte Übertragung auf die Ästhetik digitaler Medien zu etwas "Uneigentlichem" gemacht.

In den neuen Arbeiten registriert beim Zeichnen jeweils ein Mikrofon das Geräusch des Zeichenakts, der in der Ausstellung über eine Mehrkanalanlage zu hören sein wird. Was an den kleinen, buchstäblich auf Fotopapier gehämmerten Zeichnungen - Straßenszenen, Häusern, einem Innenraum - auf den ersten Blick an Bildtechniken wie den Druck mit Rastern oder Pixeln erinnert, betont durch die Klangkomponente eindeutig eine physische Grundstruktur der Weltwahrnehmung, lässt aber das Psychische der Wahrnehmungssituation gerade durch dessen "maschinell" zeichnerische Aussetzung wieder erstarken.

( Clemens Krümmel )