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Jewyo Rhii – "Dear My Love, Anti-Capitalist"
20. 2. – 28. 3. 2015 ![]() ![]()
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» english version Die dort hängenden Bilder sind Outline-Zeichnungen, die sich alle auf ein und dieselbe Fotografie beziehen, die auch auf der Einladungskarte zu sehen ist: Rhii, die in einer suburbanen Hochhaussiedlung mit leicht befremdlicher stiller Entschlossenheit von einer baufälligen Sockelbasis eine Schräge hinauf strebt. Während der Eröffnung wurden diese Bilder zu letzten Gewährsinstanzen einer schlingernden Rede, die von den eigenen Ursprüngen wie von einem großen Rätsel spricht. Rhii hat diese „Vortragsmaschine“ („lecture machine“. ein Begriff, der mit der „teaching machine“, der Großmetapher der Cultural-Studies-Denkerin Gayatri Spivak, zu tun hat oder auch nicht) aus der Einsicht heraus gebaut, dass vieles, was sie als Teil des Kunstsystems produziert, nicht in dessen verdinglichten und simpel-rationalen Repräsentationsroutinen aufgeht. Man meint, sie taste sich nach und nach an eine neue Sprecherinnenposition heran, zu einer neuen Stufe der Selbstermächtigung in Bezug auf die Zuschreibungen und Zumutungen an die Produktion einer koreanischen Künstlerin mit internationalem Wirkungsradius. Eine schon in vorangegangenen Ausstellungen gezeigte Zeichnung zeigt ein Paar, vielleicht das des Briefs, in den Radius eines gemusterten Rocks eingeschrieben und reproduziert darüber einen Vorwurf, der Rhii anscheinend von außen trifft: „You don’t produce anything." Andere, bewährtere Signifikationsinstrumente gefundene Objekte und gebaute Strukturen sind in der neuen Ausstellung ebenfalls präsent. |